Die Nutzertypen in Social-Media-Kanälen

Bei der Entwicklung einer Kommunikationsstrategie oder der Konzeption von Social-Media-Maßnahmen bewährt sich ein genauer Blick auf die Zielgruppen. Aber nicht nur die Persona – also die Eigenschaften und Charakterisierung der Zielgruppe – sind wichtig, sondern auch ein Verständnis von dem Verhalten der User. Dazu wurde von ‚Forrester Research’ ein sehr hilfreiches und bewährtes Modell entwickelt.

Das Verhalten unterschiedlicher Nutzergruppen variiert sehr stark, deswegen sollte man für jeden Nutzertypen, den man in seiner Zielgruppe wiederfindet, eine individuelle Ansprache finden.

Gruppe 1: Creators (Schöpfer/Ersteller)

Verhalten:

  • veröffentlichen einen eigenen Blog und/oder eigene Webseiten

  • produzieren selbst Videos/Bilder oder veröffentlichen eigene Musikstücke

  • schreiben Artikel oder Geschichten und posten diese auf unterschiedlichen Plattformen

  • erstellen Memes und initiieren Trends

Diese Nutzergruppe ist sehr klein, aber sehr wertvoll. Oft besitzen diese User eine hohe Glaubwürdigkeit und können die eigenen Kanäle bereichern. Dazu müssen wir sie allerdings motivieren.

Ansprache: Involvieren Sie die User; machen Sie es ihnen einfach, Inhalte zu posten und zu erstellen; integrieren Sie die User in Ihrer Community


Gruppe 2: Conversationalists (Gesprächspartner:innen)

Verhalten:

  • kommentieren Postings oder Blogbeiträge

  • nutzen Foren und Instant-Messaging-Dienste für den Dialog

  • chatten

  • posten Status-Updates

Diese Gruppe nutzt soziale Netzwerke, um sich zu unterhalten und mit anderen Nutzer:innen auszutauschen. Sie sind sozial und suchen proaktiv den Dialog.

Ansprache: Bieten Sie Dialogmöglichkeiten und diskussionswürdige Themen an; laden Sie sie zum Diskurs ein


Gruppe 3: Critics (Kritiker)

Verhalten:

  • veröffentlichen Rezensionen und Bewertungen

  • kommentieren Blog-Beiträge

  • engagieren sich in Online-Foren

  • veröffentlichen Beiträge in Wikis und ähnlichen Plattformen

  • kommentieren Postings und Ads, gerne auch kritisch

Ansprache: Bieten Sie einfache Möglichkeit zum Kommentieren; stellen Sie Foren oder anderen Diskussionsplattformen bereit; suchen Sie schnelle Einwandbehandlung und den Dialog mit ihnen


Gruppe 4: Collectors (Sammler)

Verhalten:

  • abonnieren RSS-Feeds und Alerts

  • „vertaggen“ und „bookmarken“ interessante Inhalte/Seiten

  • bewerten Webseiten und Inhalte

  • nehmen an Umfragen teil

Ansprache: RSS-Feeds; stellen Sie die Sharing-Funktion und Bewertungsfunktionen Ihrer Inhalte ein; bieten Sie Mehrwert-Inhalte, die zum Teilen anregen


Gruppe 5: Joiners (Mitmacher)

Verhalten:

  • Sporadische Likes

  • Wenn Inhalte geteilt werden, dann in geschlossenen Gruppen oder im Messenger

Diese Nutzer:innen registrieren sich in sozialen Netzwerken und legen ein Profil an, um mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben. Generell sind sie aber wenig aktiv.

Ansprache: Bieten Sie sehr kurze Klickwege (z.B. bei Registrierung); schaffen Sie eine plattformübergreifende Kommunikation und niedrigschwellige Ansprachen


Gruppe 6: Spectators (Zuschauer)

Verhalten:

  • konsumieren Inhalte

  • liken

  • Inhalte werden sporadisch geteilt

  • erstellen kaum eigene Inhalte

  • zeigen wenig Initiative zur Interaktion

Zu dieser Gruppe gehören Nutzer:innen, die Social-Media-Profile besitzen, Inhalte anderer konsumieren, aber fast keine eigenen Inhalte veröffentlichen. Ein Großteil der Social-Media-User gehört zu dieser Gruppe.

Ansprache: Produzieren Sie snackable Content; schaffen Sie eine niedrigschwellige und kanalspezifische Ansprache; kreieren Sie eine aktivierende, relevante und authentische Kommunikation


Gruppe 7: Inactives (Inaktive)

Diese Nutzer:innen sind in sozialen Medien nicht proaktiv unterwegs. Auf Social-Media-Inhalte kommen sie in der Regel über Suchmaschinen. Diese Nutzergruppe sucht aktiv nach Informationen, wenn ein Grundinteresse besteht.

Ansprache: Sie erreichen diese Gruppe über Suchmaschinenoptimierung; bieten Sie ihnen eine einfache Nutzerführung

Die folgende Grafik beruht auf einer Erhebung von Q3/2011 und zeigt die Verteilung der unterschiedlichen Nutzertypen. User können in mehreren Kategorisierungen auftauchen, lediglich die inaktive Nutzergruppe ist exklusiv.

technographics in social media


Diese Nutzertypen können also aufschlussreiche Inspirationen bieten, wie man seine Inhalte passend gestaltet und für die avisierte Zielgruppe aufbereitet.